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Geschichte,  Kurzversion
     

Aus der Chronik des Musikverein Nofels

 

Details unter  Zahlen & Namen


zur detaillierten  ungekürzten Version

 

Bereits um 1880 erklang in Nofels Blasmusik, bevor es am 1.September 1892 zur denkwürdigen Gründungsversammlung kam. Im Gründungsprotokoll heißt es wörtlich:

"Wir haben das Bestreben, Musik zu pflegen, um dem eintönigen Landleben einen gewissen Reiz zu verleihen, um die in den gegenwärtig schlechten Zeiten gedrückten Gemüther empor zu heben und die in der Gemeinde jährlich sich ereignenden Festlichkeiten durch Mitwirkung bei denselben zu heben und zu verschönern."

In der nun mehr als 120-jährigen Geschichte entwickelte sich aus der kleinen Dorfkapelle mit Ergeiz und Fleiß eine über die Landesgrenzen hinaus bekannter Musikverein. Und die Mitglieder durften über die Jahre hinweg in erster Linie Schönes erleben und in der Chronik fest halten. Aber natürlich gab es - wie bei anderen Vereinen - besonders in den Anfängen und nach Kriegszeiten vorübergehend auch eher schwierige Zeiten.

Ursprünglich hieß der Verein Musikgesellschaft, kurz danach Bürgermusikverein und seit 1906 Musikverein Nofels. In den Anfangsjahren herrschten etwas raue Sitten. So musste jemand, der zu spät zu Proben kam oder sogar fehlte, eine Geldstrafe bezahlen.

Von der stattlichen Mitgliederzahl von 18 Männern kehrten fünf nach dem Ersten Weltkrieg nicht mehr in die Heimat zurück. Trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten gelang es 1932 das erste Fest zum 40-jährigen Bestand zu feiern, das es ermöglichte, 1933 eine komplette (braune) Uniform anzuschaffen.

Die konsequente Arbeit von Kapellmeister Hans Mähr ermöglichte den Aufstieg von der Unterstufe zur Oberstufe. Im Jahre 1936 wurde sogar beim Wertungsspiel ein 2. Preis erreicht.

Bedingt durch die politisch bewegten Zeiten 1937/1938 und die anschließende "Rückkehr ins Dritte Reich" wurden auch im Musikleben neue Maßstäbe gesetzt, die mit der endgültigen Einstellung des Musiklebens im Jahre 1940 endeten. Fünf Mitglieder kehrten nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr in die Heimat zurück.

Im Sommer 1945 wurde die Vereinstätigkeit wieder aufgenommen. Mit Ross und Wagen fuhr man am 26.Mai 1947 in das damals "Gelobte Land" nach Schellenberg im Fürstentum Liechtenstein, um ein Musikfest zu besuchen. Die Heimfahrt erfolgte mit "vollen Taschen", vor allem mit Rauchwaren.

Im Jahre 1950 trat man zum ersten Mal in der Oberstufe vor den Wertungsrichter und erreichte mit Kapellmeister Hans Mähr einen zweiten Rang. Von da an ging es rapide aufwärts.
Unter dem rührigen Obmann Ferdinand Lins wurde das Probelokal im alten Schulhaus (heute Lebenshilfe Nofels) umgebaut. 1954 konnte die Weihe der neuen Vereinsfahne mit Fahnenpatin Frl. Steffi Schatzmann gefeiert werden.

Zum damaligen musikalischen Repertoire gehörten "Banditenstreiche, Dichter und Bauer, Leichte Kavallerie und Pique Dame v. Suppé".

1953 wurde die bisherige braune Uniform durch eine blaue ersetzt.

1959 übernahm Leo Summer für 27 Jahre das Amt des Kapellmeisters und führte den Verein zusammen mit Vorstand Helmut Malin - seit 1967 - von der Mittelstufe über die Oberstufe zur Kunststufe. 1970 wurde auf Anhieb ein 1. Rang mit Auszeichnung erreicht und danach mehrfach wiederholt.

Im Jahre 1961 wurde die lange Serie von Rundfunkaufnahmen eingeleitet.

1963 folgte man dem allgemeinen Trend und die Musikanten wurden mit einer Tracht eingekleidet. Diese ist an die eher städtische Alt-Feldkircher Patrizier-Tracht angelehnt. Daraufhin erfolgten manch verlockende Einladungen ins Ausland, speziell mehrmals nach Frankreich.

Neue Maßstäbe wurden beim 75-jährigen Bestandsjubiläum gesetzt. Zum einen wurde erstmals in Vorarlberg eine amerikanische Luftwaffenkapelle, die USAFE-Band, verpflichtet und die Wertungsspiele erstmals in einer Kirche abgehalten, was in Fachkreisen als Auftakt für Kirchenkonzerte angesehen wird.

Ein Höhepunkt in organisatorischer Hinsicht war die Durchführung des 13.Vorarlberger Landesmusikfestes 1976 mit der Teilnahme von über 100 Musikvereinen.

1979 wurde eine neue Fahne angeschafft. Als Fahnenpatin konnte Frl. Barbara Schatzmann gewonnen werden. 1986 erfolgte in der Vereinsführung ein Generationswechsel. Josef Wehinger übernahm das Amt des Kapellmeisters und Elmar Rederer jenes des Vorstandes.

Die verjüngte Vereinsleitung brachte wieder neuen Schwung und neue Ideen mit, die Abwechslung für die MusikantInnen und Unterhaltung für die Bevölkerung brachten. Zu erwähnen sind ein Kirchenkonzert, das das erste Schaffen unter der Leitung des neuen Kapellmeisters zeigte, die im Jahre 1987 wieder aufgenommene Tradition einer Kilbi-Unterhaltung und auch das Zusammenwirken des Musikvereins Feldkirch-Nofels mit dem Gesangsverein Frohsinn Nofels, dem Kirchenchor Göfis und dem Männerchor Altenstadt, um u. a. den „Triumphmarsch" aus der Oper „Aida" von Giuseppe Verdi anlässlich des Frühjahrskonzertes 1988 zur Aufführung zu bringen.

Dass es der Musikverein Nofels versteht, ein großes Fest zu organisieren, bewiesen die MusikantInnen, als es galt, das 100-jährige Bestehen des Vereines zu feiern. Das Bezirksmusikfest vom 29. bis 31. Mai 1992 fand großen Anklang und brachte auch jene finanziellen Mittel, die der Verein dringend brauchte.

Zu dieser Zeit führten verschiedene Ursachen auch zu regen Diskussionen im Verein und einige Ergebnisse derselben tragen heute Früchte.

Auf Grund von Differenzen zwischen Kapellmeister und dem Verein, was die Zukunft des Musikvereins Nofels anbelangt, hatte Josef Wehinger bereits seinen Rücktritt als Kapellmeister bekannt gegeben. Die Suche nach einem geeigneten Kapellmeister war ein schwieriges Unternehmen für Vorstand Elmar Rederer, jedoch noch im selben Jahr übernahm Franz Ladner die musikalische Führung des Musikverein Nofels. Erstmals in der Geschichte ist der Kapellmeister beim Verein angestellt und nicht Mitglied desselben.

Zahlreiche Erfolge wurden unter der Stabführung des neuen Kapellmeisters Franz Ladner erzielt. So konnte beispielsweise beim Wertungsspiel anlässlich des Landesmusikfestes in Rankweil 1994 mit einem 1. Rang mit Auszeichnung in der Höchststufe an frühere Erfolge anknüpft werden.

Auch in Rundfunk und Fernsehen war der Musikverein Nofels zu hören und auch zu sehen.

Für Abwechslung im Jahresprogramm (Nofler Bälle, Funkensonntag, Frühjahrskonzert, Mai-Weckruf, Erstkommunion, Rundgang in Bangs, Feste, Einweihungen, Platzkonzerte Auf der Egg und in Feldkirch, Dämmerschoppen, Weinfest, Kilbi oder Kirchenkonzert, Seelensonntag und diverse Ständchen) sorgten immer wieder Fahrten ins Ausland: 1993 zum Carnaval de Chalon sur Saone, zum 70 Jahr Jubiläum des Musikvereins Ingerkingen, zu einem Dreiländerkonzert in Radolfzell, eine Fahrt nach Leiden (NL), dem Marschmusiksieger der Blasmusikolympiade und 1996 in die Nähe von Toulouse zur EURO-Fanfare.

1995 wurde neben anderen Neuerungen im Vereinsleben als Ergebnis der oben erwähnten vereinsinternen Diskussionen auch die Jugendarbeit neu strukturiert. Durch die begonnenen jährlichen Werbeaktionen in der Volksschule konnten so viele Kinder für die Blasmusik begeistert werden, dass heute eine eigene Jugendmusik (JUMU) besteht.

Nach 10 Jahren erfolgreicher Tätigkeit wollte Vorstand Elmar Rederer 1996 sein Amt niederlegen. Einen Nachfolger zu finden gestaltete sich schwierig, besonders angesichts des nahenden 105-jährigen Jubiläums im Jahre 1997.

Die Vereinsleitung bestand folglich kurzfristig aus 3 Männern: Elmar Rederer, der den Verein weiterhin nach außen vertrat und auch Festobmann war, Rainer Masal, der die vereinsinternen Angelegenheiten regelte und Günter Walch, der für „Personalfragen“ zuständig war. Ab 2000 war dann Rainer Masal alleiniger Vorstand. In diese Zeit fällt die Anschaffung einer Frauentracht 1999 und die Bassbausteinaktion, mit der 2 Bässe (je ATS 95'000.-) finanziert werden konnten.

Im Herbst 2001 ging der Musikverein Nofels mit seiner Homepage online.
Zur selben Zeit fand die Suche eines Nachfolgers für Kapellmeister Franz Ladner statt. Ulrich Mayr hatte sich bereiterklärt, bis zum nächsten Frühjahrskonzert vorübergehend die musikalische Leitung zu übernehmen. Anschließend wurde Stefan Ruprecht als neuer Dirigent für den Musikverein Nofels akquiriert.
Ein Höhepunkt im selben Jahr 2002 war sicher das Jubiläumsfest anlässlich des 110-jährigen Bestehens, die Darbietungen der geladenen Gastkapellen an den zwei Tagen fanden bei der Dorfbevölkerung großen Anklang.

Ende 2002 wurde Helmut Wehinger Obmann des Vereins, unter seiner Führung wurden bereits mehrere Workshops veranstaltet, ein Leitbild erarbeitet, die Vereinsleitung erfolgreich umstrukturiert, neue Statuten verfasst und ein neues Vereinslogo und Corporate Design eingeführt.

2004 sind erwähnenswert zwei Gemeinschaftskonzerte mit dem Musikverein der Partnergemeinde Ingerkingen (D), erfolgreiche Teilnahme beim Blasmusikwettbewerb in Götzis sowie eine schöne musikalische Fahrt nach Levier, Frankreich.

Ende 2005 übernahm Kapellmeister Peter Kuhn die musikalische Leitung des 'großen' Vereins und Maria Walser die der Jugendmusik. 2008 gab letztgenannte das Amt der Jugendausbildnerin/-Dirigentin an Bernadette Masal ab. 2011 konnte Mario Wiedemann als neuer JUMU-Dirigent verpflichtet werden.

Anlässlich des 120-jährigen Bestandes im Jahr 2012 wurden die Vorarlberger unter anderem bei einer ausgedehnten Werbetour mit dem Musigbüssle aufgefordert sich Ab ufs Fescht! zu begeben. Was viele taten und nicht bereuten. An den drei Festtagen wurde einiges geboten. Im selben Jahr übergab dann Helmut Wehinger nach 11 Jahren das Amt des Obmanns an Günter Walch.

2013 und 2014 nahm der Musikverein Nofels unter Kapellmeister Peter Kuhn gut vorbereitet an mehreren Blasmusikwettbewerben (Wertungsspielen) im In- und Ausland teil. Hier konnte an frühere Erfolge angeknüpft bzw. diese noch übertroffen werden. Höhepunkt waren 90,4 Punkte beim Landeswertungsspiel 2014 in Dornbirn, die den Sieg in der Stufe C (Oberstufe) bedeuteten. Es folgte eine Einladung zur Teilnahme am Bundes-Blasmusikwettbewerb Stufe C Ende September 2015 in Eisenstadt. Wo der Musikverein Feldkirch-Nofels als Vertreter des Landes Vorarlberg auf dem schönen 4. Platz landete.
Im gleichen Jahr wagte man aber auch noch einen Versuch in der nächsthöheren Stufe D (ehem. Kunststufe). Wenn auch in Deutschland: 96 Punkte und damit 1. Platz in Weiler (D) hatte niemand erwartet. Umso größer war die Freude.

2016 wurde unter der Leitung von Peter Kuhn das populäre Werk „Carmina Burana" von Carl Orff aufgeführt. In der Version für sinfonisches Blasorchester in Westösterreich erstmalig im neuen Jahrtausend. Bei Betrachtung der Zahl an Mitwirkenden war es die bislang größte Veranstaltung im neuen Montforthaus in Feldkirch. Mit 7 Vorarlberger Chören und 3 Gesangssolisten musizierten insgesamt 300 Musiker und SängerInnen gemeinsam einer Bühne. Die nur positiven Rückmeldungen übertrafen alle Erwartungen. Carmina Burana darf sicher als neuer Höhepunkt in der Vereinsgeschichte bezeichnet werden.

2017 übernahm der Feldkircher Bezirkskapellmeister Manfred Längle die musikalische Leitung.

2018 mussten sich die Nofler Musikanten von ihrem Musigbüssle verabschieden.

 

 

Zweifelsohne hat der Verein stets im Sinne der Gründer "Musik zu pflegen" gehandelt und im Laufe der Zeit - trotz einiger widriger Umstände - bis zur höchsten Stufe ausgebaut.

 

An dieser Stelle geht auch einmal Dank an all jene, die in irgend einer Form zum Bestehen des Musikvereins Feldkirch-Nofels über bereits mehr als 120 Jahre beigetragen haben !

 

 

 

Geschichte,  ungekürzte Fassung
 

Gründungsprotokoll von 1892
 

Zahlen & Namen

 

 

Noch ein Buchtipp:  "Blasmusik in Vorarlberg"
In der Erstauflage von Erich Schneider von 1986 findet man den Musikverein Nofels auf den Seiten 414/415.
In der 2. Edition von Prof. Dr. Walter Fehle von 2008 (Verlag Bucher, ISBN 978-3-902612-35-9) findet man uns auf den Seiten 196 und 320.
 

 

 

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